Wie viel Text braucht eine Seite?
Google schreibt keine Mindestlänge vor. Laut Google zählt die Länge eines Textes allein nicht für das Ranking, und es gibt keine bevorzugte Wortzahl. Entscheidend ist, ob die Seite die Fragen Ihrer Besucher vollständig beantwortet.
Auffindig nutzt trotzdem 300 Wörter als Orientierung. Unter 300 Wörtern meldet der Bericht „verbesserbar“, unter 150 Wörtern „Problem“. Das ist eine eigene Festlegung, kein Wert von Google. Sie soll Seiten aufspüren, auf denen kaum etwas über Ihr Angebot steht. Eine kurze Seite mit Öffnungszeiten kann trotzdem völlig in Ordnung sein.
Was gehört auf eine Leistungsseite? Google fragt in seinen Leitlinien für hilfreiche Inhalte unter anderem, ob ein Text eigene Informationen bietet und das Thema umfassend beschreibt. Für kleine und mittlere Betriebe heißt das meist:
- Leistungen konkret beschreiben, nicht nur aufzählen.
- Ablauf, Dauer und Preisrahmen nennen, soweit möglich.
- Ort und Einzugsgebiet erwähnen.
- Die Fragen beantworten, die Kundinnen und Kunden am Telefon stellen.
- Zeigen, wer hinter dem Angebot steht und welche Erfahrung vorhanden ist.
Auffindig zählt außerdem, wie viele Wörter in Links stehen. Ist es mehr als die Hälfte, besteht die Seite vor allem aus Menüs und Linklisten. Der Bericht meldet dann „verbesserbar“, über 70 Prozent „Problem“. Abhilfe schafft vor allem eigener Text. Zusätzlich können Sie überladene Menüs und Footer straffen.
Wie wähle ich ein Fokus-Keyword?
Ein Fokus-Keyword ist der Suchbegriff, für den eine bestimmte Seite gefunden werden soll. Wählen Sie ihn aus der Sicht Ihrer Kundschaft: Welche Wörter tippt jemand ein, der genau dieses Angebot sucht? Pro Seite genügt ein Hauptbegriff, ergänzt um verwandte Wörter.
Google weist darauf hin, dass Fachleute und Laien oft unterschiedlich suchen. Eine Zahnarztpraxis schreibt vielleicht „professionelle Zahnreinigung“, Patientinnen suchen eher nach „Zahnreinigung Kosten“. Welche Suchanfragen tatsächlich zu Ihrer Website führen, zeigt der Leistungsbericht der Google Search Console.
Der Begriff gehört an die Stellen, an denen Menschen und Suchmaschinen das Thema einer Seite zuerst erkennen. Diese Fundorte prüft Auffindig, wenn Sie ein Fokus-Keyword eingeben:
| Fundort | Warum |
|---|---|
| Title | Überschrift des Suchergebnisses, siehe Artikel zum Title-Tag |
| H1 | sichtbare Hauptüberschrift der Seite |
| Meta-Description | Text im Snippet, siehe Artikel zur Meta-Description |
| URL-Pfad | lesbar für Menschen, laut Google aber kaum Einfluss auf das Ranking |
| Erste 100 Wörter | bestätigt sofort, dass die Seite hält, was das Suchergebnis verspricht |
In Ordnung ist es, wenn der Begriff in Title und H1 sowie an mindestens zwei weiteren Stellen steht. Unabhängig davon prüft Auffindig auf jeder Seite, ob die Hauptbegriffe aus Title und H1 auch im Text vorkommen. Fehlen sie dort ganz, passen Überschrift und Inhalt nicht zusammen.
Sie müssen dabei nicht jede Schreibweise abdecken. Laut Google verstehen die KI-Systeme der Suche Synonyme und die allgemeine Bedeutung einer Anfrage.
Keyword-Dichte: Was ist zu viel?
Zu viel ist es, sobald ein Text unnatürlich klingt. Google nennt keinen Prozentwert, wertet aber übertriebene Wiederholungen als Spam, im Fachjargon Keyword-Stuffing. Als Beispiele nennt Google unter anderem Listen von Städten und Regionen sowie Wörter, die so oft vorkommen, dass der Text unnatürlich wirkt.
Die Keyword-Dichte gibt an, welchen Anteil der Suchbegriff an allen Wörtern hat. Auffindig rechnet so: Anzahl der Treffer mal Wörter im Begriff, geteilt durch alle Wörter, mal 100. Ein Beispiel: Ein Text hat 600 Wörter, der Begriff „Zahnreinigung Graz“ kommt sechsmal vor. Das ergibt 6 × 2 ÷ 600 × 100 = 2 Prozent.
| Dichte | Bewertung |
|---|---|
| 0,5 bis 3 % | In Ordnung |
| unter 0,5 % oder 3 bis 5 % | Verbesserbar |
| über 5 % | Problem |
Schlecht: Orte werden aufgezählt, der Satz ist für Menschen wertlos.
Zahnreinigung Graz, Zahnreinigung Graz-Umgebung, Zahnreinigung Seiersberg, Zahnreinigung Gratkorn, Zahnreinigung günstig
Besser: Ein natürlicher Satz, der den Begriff einmal nennt und informiert.
Die professionelle Zahnreinigung in unserer Praxis in Graz dauert etwa eine Stunde. Viele Patientinnen und Patienten kommen aus Seiersberg und Gratkorn zu uns.
Zusätzlich zeigt Auffindig die zehn häufigsten Begriffe und Wortpaare der Seite. Sehen Sie nach, ob Ihre wichtigste Leistung darunter ist. Stehen dort nur „Cookies“, „Menü“ oder Ihr Firmenname, fehlt der Seite eigener Inhalt. Einzelne Texte prüfen Sie mit dem Werkzeug für Keyword-Dichte.
Wie lässt sich Lesbarkeit messen?
Lesbarkeit lässt sich näherungsweise mit Formeln messen, die Satzlänge und Wortlänge auswerten. Auffindig verwendet dafür den Flesch-Index in der deutschen Anpassung nach Toni Amstad. Je höher der Wert, desto leichter ist der Text zu lesen.
Die Formel lautet: 180 minus durchschnittliche Satzlänge in Wörtern minus 58,5 mal durchschnittliche Silbenzahl je Wort. Auffindig misst nur den Fließtext im Hauptinhalt und erst ab 100 Wörtern. Bewertet werden drei Dinge:
- In Ordnung: Index ab 50, Sätze im Schnitt höchstens 20 Wörter und kein Absatz über 150 Wörter.
- Verbesserbar: Index 30 bis 49, Sätze im Schnitt 21 bis 25 Wörter oder ein Absatz über 150 Wörter.
- Problem: Index unter 30 oder Sätze im Schnitt länger als 25 Wörter.
Eine Formel kann nicht beurteilen, ob ein Text verständlich, richtig oder hilfreich ist. Sie zeigt aber zuverlässig, wo Sätze und Wörter zu lang werden. Auch die WCAG kennen das Thema: Erfolgskriterium 3.1.5 (Stufe AAA) verlangt eine leichter lesbare Ergänzung, wenn ein Text mehr Lesefähigkeit voraussetzt als die untere Sekundarstufe.
Schwer lesbar: ein Schachtelsatz mit vielen langen Wörtern.
Im Rahmen der im Anschluss an die Erstbegutachtung durchzuführenden Behandlungsplanung erfolgt die Festlegung der voraussichtlichen Behandlungsdauer.
Leichter lesbar: zwei kurze Sätze mit aktiven Verben.
Nach der ersten Untersuchung planen wir Ihre Behandlung. Dabei sagen wir Ihnen auch, wie lange sie voraussichtlich dauert.
Google empfiehlt ebenfalls, lange Inhalte in Absätze und Abschnitte zu teilen und Überschriften zur Orientierung einzusetzen. Wie Sie dabei vorgehen, zeigt der Artikel über die Gliederung mit Überschriften.
Was ist mit Platzhaltern und doppelten Absätzen?
Blindtexte und Beispielseiten gehören vor dem Start gelöscht. Sie wirken unfertig, und derselbe Text steht auf unzähligen anderen Websites. Doppelte Absätze auf einer Seite machen den Text länger, ohne etwas Neues zu sagen.
Platzhalter und Beispielinhalte
Typisch sind Blindtext wie „Lorem ipsum“ und Platzhalterbilder von Diensten wie placehold.co. Dazu kommen die Beispielinhalte, die WordPress bei der Installation anlegt. Das sind der Beitrag „Hallo Welt!“ und eine Beispielseite. Sie heißt in der deutschen Fassung „Beispielseite“ (Adresse /beispielseite/), in der österreichischen „Beispiel-Seite“ (/beispiel-seite/).
Findet Auffindig solche Texte oder Bilder, meldet der Bericht ein Problem. Verlinkt die Seite nur auf eine Beispielseite, gilt das als verbesserbar. Löschen Sie die Beispielinhalte und entfernen Sie die Links darauf, etwa aus dem Menü oder dem Footer.
Doppelte Absätze
Auffindig sucht nach Absätzen, Listenpunkten und Tabellenzellen ab 15 Wörtern, die auf derselben Seite mehrfach vorkommen. Ein möglicher Grund: Das Theme gibt denselben Text zweimal aus, einmal für Handys und einmal für große Bildschirme. Manchmal werden Textbausteine auch einfach doppelt eingefügt.
Eine Strafe von Google droht dafür nicht. Selbst Inhalte, die unter mehreren Adressen erreichbar sind, nennt Google nur ineffizient und keinen Grund für manuelle Maßnahmen. Für Ihre Besucher ist eine Wiederholung trotzdem lästig. Lösen Sie Darstellungsunterschiede per CSS, statt Inhalte zweimal auszugeben.
Wie schreibe ich Texte, die KI-Systeme zitieren können?
Für die KI-Funktionen der Google-Suche müssen Sie laut Google nicht anders schreiben. Es gibt keine zusätzlichen Anforderungen und keine speziellen Optimierungen. Es gelten dieselben Grundlagen wie für die normale Suche.
Laut Google müssen Sie Texte nicht in kleine Häppchen zerlegen, damit KI sie versteht. Eine ideale Seitenlänge gibt es laut Google auch hier nicht. Wichtig ist, was Google „nicht austauschbaren“ Inhalt nennt: eigene Erfahrung, eigene Daten und ein eigener Blickwinkel statt allgemeinem Wissen, das überall steht.
Bewährt hat sich, was auch Menschen beim Lesen hilft:
- Wichtige Inhalte als Text im HTML, nicht nur in Bildern oder Videos. Google nennt das ausdrücklich als Grundlage.
- Eine Frage als Zwischenüberschrift und die Antwort im ersten Satz darunter.
- Konkrete Fakten wie Preise, Öffnungszeiten, Einzugsgebiet und Ansprechpersonen, die auf der Seite stehen und aktuell sind.
- Strukturierte Daten nur für Inhalte, die auch sichtbar auf der Seite stehen.
Wie Suchdienste wie ChatGPT oder Perplexity Ihre Seiten abrufen und was Sie technisch dafür tun können, erklärt der Artikel über die KI-Sichtbarkeit. Dort geht es auch um die Frage, welche Crawler Sie zulassen sollten.
Diese Punkte jetzt auf Ihrer Seite prüfen
So prüft Auffindig
Zu diesem Thema gehören 9 der 120 Prüfpunkte. Alle Gewichte und Formeln stehen in der Methodik, den Anteil am Gesamtscore finden Sie unter Bereich Inhalt & Textqualität.
Textmenge
In Ordnung: mindestens 300 Wörter sichtbarer Text. Verbesserbar: 150–299 Wörter. Problem: weniger als 150 Wörter. Zusätzlicher Hinweis, wenn der Hauptinhalt weniger als die Hälfte aller Wörter enthält.
Platzhalter- und Beispielinhalte
In Ordnung: keine Platzhalter gefunden. Verbesserbar: nur ein Link auf eine Beispielseite (z. B. /beispiel-seite/ oder /sample-page/). Problem: mindestens ein Platzhalter im Text (z. B. „Lorem ipsum“, „Hallo Welt!“, „Dies ist eine Beispielseite“; Zitate in Anführungszeichen und Code-Beispiele zählen nicht) oder ein Bild von einem Platzhalterdienst (z. B. placehold.co, picsum.photos).
Doppelte Textblöcke auf der Seite
In Ordnung: kein Textblock ab 15 Wörtern kommt mehrfach vor. Verbesserbar: mindestens ein Absatz, Listenpunkt, Zitat oder Tabellenfeld ab 15 Wörtern steht mehrfach auf der Seite.
Lesbarkeit: Satzlänge, Flesch-Index, Absätze
In Ordnung: Lesbarkeitsindex ab 50, durchschnittlich höchstens 20 Wörter je Satz und kein Absatz über 150 Wörter. Verbesserbar: Index 30–49, durchschnittlich 21–25 Wörter je Satz oder ein Absatz über 150 Wörter. Problem: Index unter 30 oder durchschnittlich mehr als 25 Wörter je Satz. Für Deutsch gilt die Flesch-Formel nach Amstad, für Englisch der Flesch Reading Ease. Entfällt bei weniger als 100 Wörtern Fließtext und bei Texten in anderen Sprachen.
Begriffe aus Title und H1 im Text
In Ordnung: mindestens 50 % der Begriffe aus Title und H1 (ab 4 Buchstaben, ohne Füllwörter und Markenname) kommen auch im übrigen Text vor. Verbesserbar: 1–49 %. Problem: keiner dieser Begriffe kommt im Text vor. Entfällt ohne Title oder H1.
Anteil Linktext am Text
In Ordnung: höchstens 50 % der sichtbaren Wörter stehen in Links. Verbesserbar: 51–70 %. Problem: mehr als 70 %.
Fokus-Keyword an wichtigen Stellen
Nur mit eingegebenem Fokus-Keyword. In Ordnung: Keyword in Title und H1 und an mindestens zwei von drei weiteren Stellen (Meta-Description, URL-Pfad, erste 100 Wörter des Hauptinhalts). Verbesserbar: Keyword im Title oder in der H1, aber nicht an allen genannten Stellen. Problem: Keyword weder im Title noch in der H1. Groß- und Kleinschreibung, Bindestriche und ß/ss werden nicht unterschieden. Entfällt ohne Keyword.
Keyword-Dichte des Fokus-Keywords
Nur mit eingegebenem Fokus-Keyword. In Ordnung: 0,5–3 %. Verbesserbar: unter 0,5 % oder über 3 % bis 5 %. Problem: über 5 %. Die Werte sind Orientierungswerte, kein Google-Grenzwert. Entfällt ohne Keyword.
Häufigste Begriffe
Info: die zehn häufigsten Ein- und Zweiwort-Begriffe ohne Füllwörter, mit Anzahl und Anteil am Text. Keine Bewertung.
Häufige Fragen
Wie viele Wörter sollte ein Text für Google haben?
Google nennt weder eine Mindest- noch eine Höchstzahl. Auffindig meldet Seiten unter 300 Wörtern als verbesserbar, damit Sie prüfen, ob wichtige Informationen fehlen. Eine kurze Seite kann trotzdem genügen, wenn sie die Frage vollständig beantwortet.
Wie oft soll das Fokus-Keyword im Text vorkommen?
Eine feste Zahl gibt es nicht. Nennen Sie den Begriff in Title, H1 und im ersten Absatz und verwenden Sie danach natürliche Varianten. Als Orientierung hält Auffindig eine Dichte von 0,5 bis 3 Prozent für unauffällig.
Muss ich für KI-Suchmaschinen anders schreiben?
Für die KI-Funktionen der Google-Suche nicht: Laut Google gelten dieselben Grundlagen wie für die normale Suche. Was andere Dienste technisch voraussetzen, erklärt der Artikel zur KI-Sichtbarkeit.
Was sagt der Flesch-Wert im Bericht aus?
Er schätzt anhand von Satz- und Wortlänge, wie leicht sich ein Text lesen lässt. Höhere Werte bedeuten leichter lesbar, ab 50 gilt der Text bei Auffindig als in Ordnung. Ob der Inhalt stimmt und weiterhilft, kann die Formel nicht beurteilen.
Quellen
- Google Search Central: Hilfreiche, zuverlässige Inhalte erstellen
- Google Search Central: SEO-Leitfaden für Einsteiger
- Google Search Central: Spamrichtlinien für die Google Websuche (Keyword-Stuffing)
- Google Search Central: KI-Funktionen und Ihre Website
- Google Search Central: Leitfaden zur Optimierung für generative KI-Funktionen in der Google-Suche
- Search Console-Hilfe: Leistungsbericht (Google-Suchergebnisse)
- W3C: Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.2, Erfolgskriterium 3.1.5 Reading Level
- WordPress-Übersetzungsplattform: deutsche Standardinhalte (Deutsch)
- WordPress-Übersetzungsplattform: deutsche Standardinhalte (Deutsch, Österreich)